Hier einige nützliche Infos rund um das Thema Rauchmelder, Typen, Montage, Kosten & Zertifizierung.
Rauchmeldertypen
- Einstiegsmelder ab 5,00 EUR und einer jährlich auszutauschenden Zink-Kohle Batterie.
Rund zwei Drittel der am Weltmarkt verfügbaren Rauchwarnmelder stammen aus Fernost (China). Diese Produkte sind sehr preiswert und bieten bei einer durchschnittlichen Gerätelebensdauer von maximal 5 Jahren ein annehmbares Preis-Leistungverhältnis. Im Ernstfall warnen diese Geräte frühzeitig und lautstark vor einem Brand. Leider sind auch immer wieder, aufgrund nicht sonderlich gut entwickelter Elektronik, vermeidbare Fehlalarme zu beklagen. Fehlende Verschmutzungskompensation und Bauteile die durch die Luftfeuchtigkeit korrodieren führen zu der zuvor genannten relativ kurzen Gerätelebensdauer. - Qualitätsmelder mit fest eingebauter 10-Jahres Batterie.
Geräte die wirklich hoch entwickelte Elektronik und nicht 20 Jahre alte Schaltungen beinhalten sind auf den ersten Blick kaum von einander zu unterscheiden. Bei näherer Betrachtung ist zu erkennen, dass Qualitätsgeräte mehrheitlich über eine fest verbaute Hochleistungsbatterie, die den Melder über 10 Jahre lang mit der erforderlichen Energie versorgt und nicht mit einer entnehmbaren 9 Volt-Blockbatterie bestückt sind. - High-End Melder mit EDV-Schnittstelle und zusätzlichen Funktionen.
Weiterhin kann man Rauchwarnmelder, die eine Elektronik beinhalten, welche sich an den heutigen Möglichkeiten orientiert, auch daran erkennen, dass nicht nur über den Weg der optischen Raucherkennung, sondern auch über mindestens einen weiteren Sensor (z.B. Temperatur) Informationen über den Überwachungsbereich detektiert werden. Sofern diese zusätzlichen Messwerte dann auf einem Microchip durch eine Software ausgewertet und analysiert werden, hat man einen Rauchwarnmelder gefunden, der erheblich weniger Fehlalarme abgeben wird, als so manch anderes Gerät, welches nach dem Duschen, bei üblicher Wasserdampfentwicklung im Flur vor dem Bad gleich mal den Ernstfall probt und lautstark für heftige Adrenalinschübe sorgt.Ein echtes Problem stellen Ablagerungen dar, die sich auf den optoelektronischen Bauteilen in der Messkammer der Rauchmelder ansammeln. Neben Staub sind Kondensate die sich bspw. beim Kochen oder durch Zigarettenrauch in den Räumen verteilen und sich auf diesem Weg auch auf der Messoptik des Rauchmelders ablagern ein ernstes Übel. Rauchwarnmelder mit moderner Messtechnologie prüfen und kalibrieren sich regelmäßig selbst. Dies bedeutet, dass sie ihre eigene Verschmutzung tatsächlich erkennen und ihre Messeigenschaften so anpassen, dass sie immer bei der gleichen Masse an eintretendem Brandrauch den Alarm auslösen. Sofern im Zuge fortgeschrittener Verschmutzung der optischen Messelemente der Punkt, ab dem diese statische Ansprechschwelle nicht länger aufrecht zu halten ist, in Reichweite gekommen ist, gibt ein solch hochpräzisier Rauchwarnmelder einen Warnton ab, der dem Anwender signalisert, dass das Gerät ausgetauscht werden muss. Die Lebensdauer dieser Melder liegt in der Regel bei durchschnittlich zehn Jahren.
Ob Einstiegsmelder, Qualitätsmelder oder High-End Melder: Jeder dieser Melder kann Ihr Leben schützen!
Zertifizierung
Die Direktive 89/106/EWG der europäischen Union führt zusammengefasst, in Bezug auf Rauchwarnmelder dazu, dass ab dem 01.08.2008 ausschließlich Rauchwarnmelder in den Wirtschaftskreis der EU eingeführt (importiert) bzw. dort hergestellt und verkauft werden dürfen, die allen Anforderungen der EN 14604 entsprechen. Dies hat der Hersteller über eine Prüfung und Überwachung der Geräte-Konstruktion und Produktion seitens einer notifizierten Institution mit einem CE-Zertifikat zu belegen.
In Europa sind gegenwärtig 14 Institutionen notifiziert, ein CE-Zertifikat für Rauchwarnmelder zu erteilen. Die CE-Zertifikate der im folgenden benannten sog. "notified bodies" sind juristisch betrachtet absolut gleichgestellt. In Deutschland wird diese Gleichstellung über den § 11 (6) BauPG definiert.
Die aktuelle Liste der in der EU staatlich anerkannten Prüfinstitute finden Sie hier.
Viele Bürger glauben, dass in Deutschland nur Rauchwarnmelder verkauft werden dürfen, die von der VdS Schadenverhütung GmbH geprüft und CE-zertifiziert wurden.
Richtig ist, dass wir in Deutschland und auch in der gesamten Europäischen Union keine Prüfmonopole haben. Dies wäre kartellrechtlich auch nicht zulässig. Folglich kann ein Rauchwarnmelder über die VdS Schadenverhütung GmbH ein CE-Zertifikat erhalten, weil es sich bei diesem Unternehmen um eine staatlich anerkannte Institution handelt, die europarechtlich ebenso wie die 12 weiteren in der zuvor beschriebenen Auflistung benannten Institutionen, berechtigt ist CE-Zertifikate für Rauchwarnmelder zu vergeben.
Ergo, ein Rauchwarnmelder kann, muss aber nicht durch die VdS Schadenverhütung GmbH zertifiziert sein.
Wichtig ist, dass der Rauchwarnmelder für den Sie sich entscheiden wollen, ein CE-Zertifikat einer o.g. staatlich anerkannten Prüfstelle trägt.
Nach europäischem Recht, in Deutschland gemäß § 11 (6) BauPG, sind diese CE-Zertifikate absolut gleichwertig, weil sie jeweils auf der harmonisierten Prüfprozedur gemäß der EN 14604 basieren und somit europäisch standardisiert bzw. vereinheitlicht sind.
Generell lässt sich feststellen, dass sich die Herstellungskosten für batteriebetriebene Rauchwarnmelder ohne Funkvernetzung, die am Weltmarkt vertrieben werden, nahezu ausnahmslos zwischen 1,50 und 7,50 EUR bewegen. Egal wie anspruchsvoll das Design oder aber die Versprechen der Hersteller auch sein mögen, die Kosten für die Produktion der Geräte bewegen sich mehrheitlich in diesem Rahmen. Rauchwarnmelder aus China liegen dabei eher am unteren Ende der Kosten, Melder, die in Europa hergestellt werden, rangieren sicherlich, auch wegen der regelmäßig aufwendigeren Elektronik, eher am oberen Ende dieser Kostenspanne.
Betrachtungen der Konstruktion
Viele Hersteller bauen aus Kostengründen ihre Rauchwarnmelder so, dass alle Bauteile auf der Oberseite der Leiterplatte angeordnet sind. Dies führt meißtens dazu, dass große Bauteile, wie die Batterie und der Signalgeber vor der Rauchkammer, in der die optische Raucherkennung abläuft, platziert sind und somit das ungehinderte Einströmen von Rauch ausgebremst wird. Planer, die bei der Konstruktion des Rauchwarnmelders nicht die Sicherheit des Bürgers zugunsten der Produktionskosten vernachlässigen, platzieren die optischen Messelemente so, dass kein Bauteil der übrigen Elektronik als Einströmbremse fungiert. Daher findet man bei solchen Geräten die Rauchkammer in der Regel auf der Rückseite der Leiterplatte oder über den übrigen Bauteilen angeordnet. Eine solche Leiterplattenarchitektur verursacht zwar höhere Produktionskosten führt aber zu erheblich besseren Messeigenschaften des Rauchmelders und stellt daher einen echten Sicherheitsvorsprung dar.
Montage von Rauchmeldern
Wenige Hersteller am Weltmarkt haben bislang an den Menschen gedacht, der den Rauchmelder installieren muss. Fast allen Produkten liegen zwei Schrauben und Dübel bei, die in der Mehrzahl der Fälle nicht für eine feste Montage taugen. Alleine der Umstand, dass es sich um zwei Schrauben handelt führt bei der Installation der Geräte zu umständlichem Anzeichnen von Bohrlochpositionen unter der Zimmerdecke. Zudem gibt es hunderte verschiedener Untergründe: Holz, Stahlbeton, Rauputz, Lehmputz, Gipskarton u.v.m. Jeder dieser Untergründe fordert für eine tragfähige Montage einen Spezialdübel, der natürlich gesondert zu besorgen ist, weil der Hersteller keine Kollektion von Befestigungsmitteln mitliefert.
Besonders einfach wird die Montage durch die mittlerweile von einigen Herstellern mitgelieferte Zentralschraube zur Befestigung des Gerätes. Jedoch auch bei dieser Methode ist darauf zu achten, einen geeigneten Dübel für den entsprechenden Montageort bzw. Untergrund zu wählen.
Andere Hersteller ermöglichen auch eine Klebebefestigung des Gerätes. Hier wird entweder mit einem selbstklebenden, folienbeschichteten Montagesockel gearbeitet oder ein magnetisches Trägerpad angeboten, das wiederum mit einer handelsüblichen Heißklebepistole an der Decke befestigt wird. Letzteres hat sich gerade in der Praxis besser bewährt, da sich ein pastöser Klebstoff besser in den Vertiefungen von rauen Untergründen (z.B. Rauputz o. Raufasertapete) verteilt und so die größere Anhaftfläche bildet.
Insgesamt sind Klebemontagen von Rauchwarnmeldern sehr laienfreundlich, bieten aber auch dem Fachmann, der täglich viele Rauchwarnmelder installieren muss, erhebliche Zeitersparnisse bei der Installation. Zudem hat die Klebemontage eines Rauchwarnmelders den Vorteil, dass nicht extra der eigens für den Untergrund optimale Dübel gesucht werden muss, weil die Klebung beinahe universell angewendet werden kann.